Fremdfinanzierung: ja oder nein?

Laura Schaad - 15.04.2021
Wissen | Fremdfinanzierung | Systemcredit AG

Symbolbild: Fremdfinanzierung – ja oder nein?  (Quelle: Hassan PashaUnsplash)

Nicht immer ist eine Fremdfinanzierung sinnvoll. Erfahren Sie, wann ein KMU sie in Betracht ziehen sollte, um zusätzlichen Gewinn erwirtschaften zu können und wann er lieber sein eigenes Kapital für die Investition einsetzen sollte.


 

Autoren:   Daniel V. Christen
                   Laura Schaad

 


Eine Fremdfinanzierung ist nur dann sinnvoll, wenn sie Ihrer Firma einen Nutzen stiftet, indem Sie mit Kredit mehr Gewinn erwirtschaften können, als wenn Sie die finanziellen Mittel selbst aufbringen. Um zu ermitteln, ob Sie eine Fremdfinanzierung in Betracht ziehen sollten, eignet sich eine Prüfung des Leverage-Effekts.

 

Leverage-Effekt

Beim Leverage-Effekt handelt es sich um eine Hebelwirkung der Fremdfinanzierungskosten auf die Eigenkapitalrendite. Der Effekt besagt, dass die Eigenkapitalrendite einer Firma steigt und mehr Gewinn erwirtschaftet werden kann, wenn das zusätzliche Fremdkapital von Kreditgebern zu tieferen Zinsen zu erhalten ist, als die Firma an Gesamtkapitalrentabilität erzielt.

Möchten Sie herausfinden, ob sich eine Finanzierung durch Kredit auch für Ihr Projekt lohnt? Dann laden Sie unser kostenloses Leverage-Effekt-Tool herunter. Sie erhalten ein Excel-Sheet, in dem Sie nur wenige Daten zu Ihrer Firma eingeben müssen. So bleiben die Daten ganz bei Ihnen.

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Einfach erklärt

Um den Leverage-Effekt verständlich zu erklären, zeigen wir Ihnen diesen anhand des Beispiels der Shompaa AG. Das Unternehmen erzielt im Jahr eine Eigenkapitalrendite von 10 % Für die Produktion benötigt die Firma eine zusätzliche Maschine. Allerdings ist sich der Unternehmer nun nicht sicher, ob er diese aus der Firmenkasse oder mittels eines Kredits bezahlen sollte. Er findet einen Kreditgeber, der ihm das Geld zu 5 % Zins zur Verfügung stellen würde. Um das Angebot zu prüfen, gibt er seine Zahlen im Systemcredit-Tool ein.

Wissen | Positiver Leverage-Effekt | Systemcredit AG

Bild: Positiver Leverage-Effekt (Quelle: Systemcredit)

Mit dem Kredit von CHF 100’000 zu 5 % Zins kann das Unternehmen mit dem Grossauftrag noch immer eine Eigenkapitalrendite von 10 % erwirtschaften. Werden die Kreditzinsen von 5 % davon abgezogen, so bleibt noch immer eine Eigenkapitalrendite von 5 % übrig, weshalb sich die Eigenkapitalrendite von 10 % auf 15 % erhöht. Diese positive Hebelwirkung funktioniert aber nur so lange, wie die Gesamtkapitalrendite, also diejenige Rendite, die die ganze Firma mit dem Projekt (hier dem Grossauftrag) erwirtschaftet höher liegt, als der Zins für das ausgeliehene Geld beim Kreditgeber. Ganz einfach, oder? Probieren Sie das Tool gleich mal mit den Zahlen Ihres KMU aus und finanzieren Sie Ihre Projekte in der Zukunft gesund und steigern Sie damit den wirtschaftlichen Erfolg.

Da ein Unternehmen Steuern zahlen muss und die Kreditzinsen von den Steuern abgezogen werden können, hat der Leverage-Effekt auch steuersparende Auswirkungen. Unser Beispiel der Shompaa AG zeigt, dass Sie, wenn Sie den Leverage-Effekt nutzen, CHF 1’500 Steuern einsparen können und selbst nach Abzug des Steueraufwands noch eine Steigerung der Eigenkapitalrendite um 0.5 % verzeichnen können. Eine Fremdfinanzierung lohnt sich in diesem Fall also in jedem Fall.

 

Aber Achtung!

Der Hebel des Leverage-Effekts funktioniert eben leider auch in die andere Richtung. Sinkt die Gesamtkapitalrentabilität und/ oder steigen die Zinsen, dann machen Sie Verlust statt Gewinn und die Umsetzung des Projekts lohnt sich nicht oder zumindest nicht mit einer Fremdfinanzierung. In diesen Fällen raten wir dringend davon ab, einen Kredit zur Umsetzung Ihres Projekts zu verwenden, da er die Gesundheit Ihres KMU gefährden würde.

Wissen | Negativer Leverage-Effekt | Systemcredit AG

Bild: Negativer Leverage-Effekt (Quelle: Systemcredit)

Falls unser Beispiel, die Shompaa AG, eines Tages nur noch mit 5 % rentieren sollte und der Kreditgeber höher Kreditzinsen von 10 % verlangt, dann dreht der Hebel und es handelt sich um einen negativen Leverage-Effekt. Die Eigenkapitalrendite von 0 % reicht nicht mehr dazu aus, die Fremdkapitalzinsen von 10 % zu decken. Eine Finanzierung lohnt sich nicht, da man in diesem Fall eine Verlust erwarten dürfte.

 

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Unterstützung von Finanzierungsexperten

Die Berechnung entspricht zum einfacheren Verständnis einer Vereinfachung. Möchten Sie den Leverage-Effekt für Ihr Unternehmen nutzen, so empfehlen wir Ihnen eine Beratung durch unsere Finanzierungsexperten, die genau berechnen können, welche Kredithöhe zu welchem Zinssatz den höchsten Nutzen für Ihr Projekt erbringt.

Unsere Experten vereinen langjähriges Fachwissen in unterschiedlichen Bereichen und können Sie daher optimal unterstützen. Vereinbaren Sie noch heute Ihren Termin.